Allein essen zu gehen, war in vielen asiatischen Gesellschaften lange Zeit mit einem gewissen Stigma behaftet. Eine Mahlzeit galt als soziales Ritual, als Ausdruck von Gemeinschaft, Familie oder geschäftlichen Beziehungen. Wer allein am Tisch saß, wirkte entweder einsam oder schlichtweg sonderbar.

 

Yīrénshí

Geändert hat sich nicht nur die Zahl der Menschen, die alleine leben, sondern auch die Art und Weise, wie darüber gesprochen wird. Die Zahl der Einpersonenhaushalte wächst rasant. In China lebt bereits rund ein Fünftel der Bevölkerung allein; Prognosen gehen davon aus, dass es bis Ende des Jahrzehnts 150 bis 200 Millionen solcher Haushalte geben wird. Das Marktvolumen für das „Essen als Einzelperson“ wird auf mehr als eine Billion Yuan geschätzt. Restaurants reagieren darauf mit Trennwänden, Einzelgrills, kleinen Portionen und sogar Stofftieren als Tischbegleitern. Das Alleinsein wird nicht mehr versteckt – es wird aktiv gestaltet.

Solo-Dinner mit flüssiger Begleitung

 

Yīrénshí (chinesisch 一人食) bedeutet wörtlich „Essen für eine Person“ oder „allein essen“.Der Begriff hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten Lifestyle- und Food-Trend in China entwickelt. Er steht für eine bewusste, genussvolle und entspannte Esskultur für Alleinstehende oder Menschen, die sich bewusst Zeit für sich selbst nehmen möchten, anstatt das Essen als einsam oder rein funktional anzusehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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